Mission elephant, vol. 1


Es ist 05:45, wir sitzen in unserem Safari Auto, bewegen uns langsam durch den Busch. Noch ist es kalt, aber es ist die Zeit des Sonnenaufgangs und die Strahlen beginnen und langsam zu wärmen. Wir halten an, Juluka steigt aus, bleibt neben dem Fahrzeug stehen, schaut auf den Boden und zeigt uns, was er im Sand abliest. Es ist ein riesiger, runder Abdruck eines Elefantenfußes. Wir staunen nicht schlecht und bekommen hier die erste Lektion in Biologie und Fährtensuche.

Elephant footprint

Wo sind die Zehen?

Gretchenfrage an alle: in welche Richtung ist er gegangen? Jeder ist bemüht die Richtige Antwort zu geben was in einem Durcheinander von Stimmen „nach links, rechts, vor, seitlich“ ausartet. Seitlich, also ich weiß ja nicht, seitlich?. Leute, wo gibt’s denn Elefanten die sich seitlich bewegen? Unsere beiden Guides lachen, alles falsch. Er ging genau in entgegengesetzte Richtung, man sieht es an den Zehen. Nun, selbst nach längerem Studium, ich kann keine einzige Zehe erkennen, was meine Vermutung bestätigt, ich wäre als Fährtensucher völlig ungeeignet, selbst für so Riesen wie Elefanten.

Die zweite Frage: Wie groß ist der Kerl? Ja mei, groß einfach. Juluka unterrichtet uns, die Größe eines Elefanten liest man am Umfang seines Fußabdruckes ab. Umfang in cm mal sieben = in unserem Fall richtig großer Elefant. Schätzen mag ich an dieser Stelle lieber nicht, denn auch das mit den richtigen Dimensionen ist nicht wirklich Meins.

Offensichtlich ist, unsere Ranger wollen uns heute etwas Neues, Besonderes bieten, und somit wird „Mission Elephant“ für die folgenden Stunden ausgerufen. Wir fahren weiter, Roy, unser Fährtensucher ist vollkommen auf den Boden fixiert, er sucht frischen Elefantendung. Gut, ich sehe viele Spuren im Sand und noch mehr Kak-Hauferl, aber mir ist nicht wirklich klar, warum diese Hauferl anscheinend nicht gut genug sind, um ihnen zu folgen.

Nach ca. einer Stunde ohne Elefantensichtung halten wir wieder an, um Lektion Nr. 2, mit folgendem Eingangszitat zu erhalten: „How do you know if elephant kaka is fresh?“ Hm…. Juluka steht vor einem riesigen Kak-Haufen, grinst uns breit an, streckt eine Hand in die Höhe und bückt sich blitzartig. Nein, nein, stop it! Alle schreien durcheinander und versuchen ihn davon abzuhalten, was er gerade vorhat. Er richtet sich mit einem kehligen Lachen auf, greift lässig in seine Hosentasche, zieht einen Handschuh heraus, streift ihn über und meint: „Kaka must be warm, you don’t see, you must feel it.“ Und schon steckt seine Hand drinnen. Ach neeeeeeeee, trotz Handschuh, bäh. Ja, der Haufen ist noch warm, die Elefanten sind ganz nah.

Hier kommt gleich Lektion 3. Elefanten nehmen täglich etwa 200 Kilogramm Nahrung in Form von Gras, Früchten, Wurzeln, Zweigen und Rinde zu sich, die sie nur zu etwa 40 Prozent verwerten, da sie ein weniger effizientes Verdauungssystem haben als Wiederkäuer. Gut, somit können wir Elefantendung richtig interpretieren, halb verdautes Grünzeug muss drinnen sein. Sie trinken bis zu 150 Liter Wasser am Tag, was man ebenfalls am Elefantendung sieht. Man muss ihn eben nur – wie in unserer Live Vorführung demonstriert wird – auswringen. Auch das, neben der bereits erwähnten Temperaturprobe, ist ein Zeichen von „fresh kaka“. Ab nun haben 6 Erwachsene bei jedem Kak-Haufen unglaublich viel Spaß und unsere Guides freuen sich darüber, wie leicht es gehen kann, Safaritouristen zu unterhalten.

Auch in den kommenden Stunden sichten wir keine Elefanten. Es macht uns nichts aus, denn man sollte nicht vergessen, dass Buschland eben nicht nur aus Safariabenteuern, sondern auch aus dem Genießen der bezaubernden Landschaft besteht. Wir nehmen die Bilder in unsere Köpfe auf, inhalieren die unterschiedlichen Gerüche des Buschlands und sind rundum zufrieden.

 

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